2026. April 7., Dienstag
Aktuelle Nährstoffversorgung bei Hackfrüchten
Es ist April, daher ist die Grunddüngung von Mais, Sonnenblume und Soja aktuell. Eine gemeinsame Eigenschaft aller drei Hackfrüchte ist ihr hoher Kaliumbedarf. Ihr Kaliumverbrauch übersteigt deutlich ihren Phosphorbedarf. Daraus können wir zu Recht schließen, dass unter „durchschnittlichen Bodenverhältnissen“, genauer gesagt bei weder ausgesprochen schlechter Phosphorversorgung (sehr gering, gering) noch ausgesprochen guter (sehr hoch, übermäßig) Kaliumversorgung ein kaliumbetonter NPK-Dünger am geeignetsten ist. Sehen wir uns zunächst den spezifischen Nährstoffbedarf dieser Pflanzen sowie die für das Erreichen bestimmter Erträge aufgenommenen Nährstoffmengen an (Tabellen 1–2)!

Aus der obigen Tabelle ist ersichtlich, dass alle drei Pflanzen den höchsten Bedarf an Kalium haben, gleichzeitig aber auch ihr Bedarf an Phosphor, Calcium, Magnesium und Schwefel erheblich ist. Die Sonnenblume ragt beim spezifischen Kalium- und Schwefelbedarf heraus, während Soja beim Calcium- und Schwefelbedarf besonders hoch ist. Doch warum ist das so? Phosphor ist für alle Aufbauprozesse (Synthese von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten) notwendig, Kalium hingegen ist vor allem für die Ölsynthese wichtig und reichert sich in größter Menge in den Ernterückständen an. Calcium und Magnesium spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei Aufbauprozessen, da sie zur Stängelfestigkeit beitragen, Enzyme aktivieren und Bestandteil des Chlorophylls sind.
Allerdings nimmt nicht unbedingt die Pflanze die größte Nährstoffmenge auf, die den höchsten spezifischen Bedarf hat – zumindest können sich die Verhältnisse zwischen beiden verändern. Die Gründe dafür liegen in unterschiedlichen Erträgen, verschiedenen Haupt- und Nebenproduktanteilen sowie in unterschiedlichen Nährstoffaufnahmezonen.

Doch mit welchen Daten sollten wir rechnen?
Die Antwort ist zugleich einfach und kompliziert. Einfach, weil spezifische Werte keine ausreichend zuverlässigen Informationen liefern, wenn Daten zur Nährstoffaufnahme bei gegebenem Ertrag vorliegen. Kompliziert hingegen, weil die Nährstoffversorgung bzw. Nährstofflieferfähigkeit des Bodens sowie weitere Bodeneigenschaften stark beeinflussen, wie viele Nährstoffe zur Erreichung eines bestimmten Ertrags zusätzlich ausgebracht werden müssen. Sehen wir uns an, was das Computermodell in Bezug auf Phosphor und Kalium bei unterschiedlichen Versorgungsstufen empfiehlt!

Die in Tabelle 3 aufgeführten Werte werden stark von der Vorfrucht, deren Ertrag, dem Verbleib der Ernterückstände sowie vom Tongehalt des Bodens, dessen Qualität, pH-Wert usw. beeinflusst.
Auf Grundlage des Gesagten lässt sich feststellen, dass – je nach PK-Versorgung des Bodens – für Hackfrüchte ein kaliumbetonter NPK-Dünger (NPK 8-16-24 + 9,3 CaO + 11,8 SO3), in bestimmten Fällen aber auch ein phosphorbetonter (NPK 10-20-10 + 11,8 CaO + 20,4 SO3) oder ein NPK mit einem 1:1 P:K-Verhältnis (z. B. NPK 8-15-15 + 11,9 CaO + 16,7 SO3 + 2,6 % MgO + B; NPK 4-24-24 + 13,4 % CaO) geeignet sein kann.
Welche weiteren Aspekte sollten berücksichtigt werden?
Mit der Grunddüngung soll die Versorgung mit Phosphor und Kalium sichergestellt werden. Gleichzeitig sollte angesichts des erheblichen Bedarfs der Hackfrüchte an Calcium, Magnesium und Schwefel auch berücksichtigt werden, ob und in welcher Menge der verwendete NPK-Dünger diese Elemente enthält.
Auch die Granulatstruktur ist zu beachten. Kompaktierte NPK-Dünger besitzen weiche Körner, die leicht zerfallen und sich bereits bei geringer Feuchtigkeit lösen, sodass sie auch bei Ausbringung unmittelbar vor der Aussaat wirksam sind.
Wenn der Phosphor- und Kaliumbedarf nicht gleichzeitig mit einem bestimmten NPK-Dünger gedeckt werden kann, sollte man bestrebt sein, den Kaliumbedarf vollständig zu decken, ohne jedoch den Phosphorbedarf zu vernachlässigen. Ein Teil des Phosphors kann später durch Starterdüngung bei der Aussaat ergänzt werden.

Einige NPK-Grunddünger liefern nicht nur Nährstoffe, sondern dienen auch als mikrobiologische Präparate. Dazu zählen beispielsweise Genezis Ökopower Max (NPK 8-16-24 + 9,3 CaO + 11,8 SO3) und Genezis Ökopower Komplex (NPK 8-15-15 + 11,9 CaO + 16,7 SO3 + 2,6 % MgO + B), die den Fadenpilz Trichoderma asperellum enthalten. Dank seiner vorteilhaften Eigenschaften beschleunigt er den Abbau von Ernterückständen und setzt dadurch Nährstoffe für die Pflanzen frei. Er verbessert die Stresstoleranz (z. B. Trockenheit) und fördert das Wachstum. Zudem steigert er die Widerstandsfähigkeit der Kulturpflanzen durch Aktivierung ihres Immunsystems. Die entstehende symbiotische Beziehung sowie die Produktion pflanzlicher Hormone durch den Pilz führen zu einem größeren und verzweigten Wurzelsystem. Dadurch verbessern sich die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser sowie die Überbrückung trockener Perioden.

Durch die Produktion antibiotikaähnlicher Substanzen und seine hyperparasitische Lebensweise reduziert er die Anzahl bodenbürtiger Krankheitserreger (z. B. Sclerotinia, Rhizoctonia, Macrophomina, Fusarium, Aspergillus-Arten), wodurch auch die Anzahl und die Kosten notwendiger Pflanzenschutzmaßnahmen sinken.
Autor: Dr. Csaba Varga, Fachberater und leitender Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung, Nitrogénművek Zrt.